„Jugend in Arbeit“ ist ein Projekt, das vor drei Jahren auf Initiative des Amtes für Arbeit und Beschäftigungsförderung des Landkreises Mittelsachsen begonnen wurde.
Das Amt für Arbeit und Beschäftigungsförderung (AfAB) ist in der Region Döbeln für die Umsetzung des Sozialgesetzbuches Zweites Buch (SGB II), das heißt für die Grundsicherung für Arbeitssuchende zuständig.
Zielgruppe des Projektes sind benachteiligte, hilfebedürftige Jugendliche im Alter von unter 25 Jahren, die ohne besondere Hilfen keinen Zugang zur Ausbildung und Arbeit finden und ihre soziale, berufliche und persönliche Integration in die Gesellschaft nicht alleine bewältigen können. Kooperative Unterstützung erhält das Amt für Arbeit und Beschäftigungsförderung bei der Umsetzung dieses innovativen Projekts durch die Gemeinde Bockelwitz und den Bildungsträger InBIT gGmbH aus Hartha.
Die Gemeinde stellte dem Projektvorhaben einen Vierseitenhof in Bockelwitz zur Verfügung. Diesen sanieren und bauen die Jugendlichen Stück für Stück aus. Die InBIT gGmbH übernimmt hier die Qualifizierung, fachliche Anleitung sowie die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung der Jugendlichen im Alltag. Die Teilnehmer erlernen handwerklich anspruchsvolle Tätigkeiten und erwerben neben wichtigen Sozial- und Arbeitsmarkttugenden auch die Fähigkeit zur Teamarbeit. Eine Besonderheit ist, dass die Jugendlichen durch die Sanierungsarbeiten in den verschiedenen Gewerken auf dem Vierseitenhof eine Verantwortung für die eigene Arbeit erhalten. Ein weiteres Ziel liegt darin, ihnen im Rahmen einer Berufsfindung, eine Ausbildung zu ermöglichen.
Nach der ersten Projektphase von August 2007 bis Juli 2008 konnten sechs von ursprünglich 16 Jugendlichen eine überbetriebliche Ausbildung beginnen. Im August/September 2008 startete die zweite Phase. Die neuen Teilnehmer wurden in kleinen Schritten an das Leben und Arbeiten auf dem Hof herangeführt. Den Übergang in eine Ausbildung bzw. Arbeit schafften im August 2009 sieben Jugendliche. 2009/2010 waren es 14 – vier davon werden im August 2010 eine vollwertige Berufsausbildung aufnehmen, zwei weitere beginnen eine theoriereduzierte Ausbildung. In Arbeit wurden vier Jugendliche vermittelt. Elf bzw. zwölf Teilnehmer absolvierten während des Projektes zertifizierte Lehrgänge in den Bereichen DRK, Kettensäge, Baumaschinen, Gabelstapler und im Umgang mit Freischneidern.